Digitales Onboarding im Banking

Mystery Shopping: Was Schweizer Retailbanken verraten

Digitales Banking-Onboarding: Smartphone mit abgeschlossener Kontoeröffnung, Übergänge zu Identifikation und Kartennutzung mit Warnsymbolen markiert

Schnell eröffnet, nie genutzt: Warum digitales Onboarding im Banking erst nach dem Abschluss beginnt

Die Pragmatica hat im Rahmen eines Mystery Shoppings führende Schweizer Retailbanken analysiert:

Im Scope waren Kantonalbanken, grössere Retailbanken sowie Challenger- und Neobanken. Die Analyse ist keine wissenschaftliche Studie, sondern eine praxisnahe Beurteilung aus Sicht der Kundenerwartung und des Kundenerlebnisses.

Digitales Onboarding ist bei vielen Banken heute deutlich besser als noch vor wenigen Jahren. Konto eröffnen, IBAN erhalten, E-/M-Banking aktivieren, Karte nutzen:  Was früher Tage oder Wochen dauerte, funktioniert heute bei mehreren Anbietern fast sofort.
 
Doch genau hier liegt die eigentliche Herausforderung. 
 
Eine eröffnete Kundenbeziehung ist noch keine aktive Kundenbeziehung. Der entscheidende Moment kommt nach dem Abschluss: 
  • Wird die Bankkundschaft verständlich begleitet?
  • Weiss sie, was als Nächstes zu tun ist?
  • Erleben diese einen ersten konkreten Mehrwert, und wird das Momentum genutzt, um relevante Service-Angebote sichtbar zu machen?

Was die Marktanalyse zeigt

Die gute Nachricht: 14 von 15 digitalen Onboardings bieten eine erfolgreiche Kundenerfahrung. Viele Banken führen Kunden heute sauber durch die Eröffnung, setzen auf Mobile First und stellen zentrale Services wie IBAN, Bankig-App oder Karte relativ rasch bereit.
 
Die Zahlen zeigen die Fortschritte deutlich:
  • IBAN: im Median sofort verfügbar
  • E-/M-Banking: im Median nach 1 Arbeitstag nutzbar
  • Karte: im Median nach 3 Arbeitstagen verfügbar
  • 7 Banken bieten Instant Enabling und E-/M-Banking-Aktivierung
  • 3 Banken bieten Instant Issuing der Karte

 

Gleichzeitig bleiben deutliche Unterschiede. Die Spanne reicht bei der Bereitstellung des IBAN von sofort bis 8 Arbeitstage, beim E-/M-Banking-Zugang von sofort bis 10 Arbeitstage und bei der Karte von sofort bis 12 Tage. Mehr als die Hälfte der Banken setzt weiterhin auf physische Post – und erfüllen damit die Erwartungen vieler Neukunden an ein rein digitales Onboarding nicht.

 
Noch wichtiger: Nach der Kontoeröffnung wird es bei vielen Banken still – unterbrochen nur von physischen Briefen mit Karte und Zugangsdaten. Eine klare Logik, wie Neukunden danach in die erste aktive Nutzung geführt werden, fehlt oft. Neobanken wie Revolut oder Neon zeigen, wie es geht.
Marktanalyse zum digitalen Onboarding: 14 von 15 Schweizer Banken erfolgreich getestet, IBAN sofort, E-/M-Banking 1 Arbeitstag, Karte 3 Arbeitstage, physische Post bleibt relevant.

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Wo Banken Potenzial verschenken

Keine Bank überzeugt vollständig über die gesamte Journey. Häufig ist das Onboarding selbst solide, aber der Übergang in die aktive Nutzung bleibt schwach.
Infografik zur Customer Journey beim digitalen Bankkonto: Fünf Reibungspunkte zwischen Kontoeröffnung und Nutzung – Identifikation, App-Wechsel, physische Post, unklare nächste Schritte und funktionale Begrüssung – gegenübergestellt mit WOW-Momenten, die Vertrauen schaffen.

Typische Brüche sind:

  • Mehrfacher App-Wechsel und wiederholte Identifikation bremsen den Kunden
  • Physische Post unterbricht digitale Journeys.
  • Nächste Schritte sind nicht immer klar.
  • Willkommenskommunikation informiert, aktiviert aber nicht
  • Echte WOW-Momente sind selten.
  • Feedback nach dem Onboarding wird kaum eingeholt – Verbesserungspotenzial bleibt ungenutzt
Positive Beispiele zeigen aber, was möglich ist:
Eine sofort sichtbare IBAN,
strukturierte Willkommens-E-Mails, die durch die ersten Wochen führen, eine App-Aktivierung ohne Medienbruch, gut geführte Mobile Journeys oder eine hochwertige Kartenpräsentation. Solche Momente schaffen Vertrauen und erhöhen die Wahrscheinlichkeit, dass Kunden die neue Bankbeziehung tatsächlich nutzen.

Die ersten 90 Tage entscheiden

In der Aktivierungsphase zeigen sich drei Archetypen:

Starke Enabler ohne Folge-Momentum

Sie machen Konto, App und Karte schnell verfügbar, nutzen das Momentum danach aber kaum für weitere Nutzung oder passende Angebote.

Agressive Aktivierer

Viele Erinnerungen zur Ersteinzahlung oder Nutzung erzeugen Aufmerksamkeit, können aber schnell als aufdringlich wahrgenommen werden.

Stete Begleiter

Diese Gruppe agiert mit regelmässigen Newslettern oder App-Hinweisen. Oft fehlt jedoch noch die Personalisierung. Generische Kommunikation ersetzt keine Journey, die sich am tatsächlichen Verhalten des Kunden orientiert.

 
Best-in-Class bedeutet nicht mehr Kommunikation.
Es bedeutet relevantere Kommunikation: zur richtigen Zeit, über den richtigen Kanal und mit klarem Nutzen.

Vom Onboarding zur aktiven Kundenbeziehung

Banken sollten digitales Onboarding nicht als abgeschlossenen Prozess betrachten, sondern als Startpunkt des Client Lifecycles.
Entscheidend sind Fragen wie:

  • Welche Aktivierungs-Trigger fehlen: Login, erste Kartennutzung, erste Zahlung, Lohneingang? 
  • Wie viel Kommunikation ist „genau richtig“ – und welche ist verhaltensbasiert statt generisch? 
  • Wie wird der Übergang in den Self-Service-Katalog gesteuert (CLM-Events)? 

Wer diese Signale systematisch nutzt, kann neue Kunden besser begleiten, Drop-offs reduzieren, Self-Service-Nutzung steigern und Cross-/Upsell-Potenzial gezielter erschliessen.
 
Pragmatica unterstützt Banken genau an dieser Schnittstelle: digitales Onboarding, Self-Service & Client Lifecycle, Multi-Experience & Kanalsteuerung sowie CRM und Beratung.

Wir verbinden Marktvergleich, Journey-Analyse, UX-Optimierung und Umsetzungserfahrung.

Als pragmatischer Einstieg eignet sich ein Onboarding & Activation Quick Check:
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Die Kontoeröffnung ist ein wichtiger Moment. Der eigentliche Wert entsteht danach.
 
Die Qualität dieses ersten Erlebnisses ist die Visitenkarte ihres Institutes und prägt die Wahrnehmung als souveräner Partner für die Finanzanliegen ihrer Kunden in bedeutendem Masse. 

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Wir zeigen Ihnen, wo Ihre Bank im Wettbewerbsvergleich steht, welche Potenziale noch in ihrem Onboarding Erlebnis und in der Aktivierung Ihrer Kunden liegen und welche Massnahmen schnell Wirkung entfalten.

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Dominik Weber Profilbild

Dominik Weber

Lead CLM & Self-Services

+41 79 286 93 35

Meine Expertise

  • Projekt- und Programm-Management im Bankensektor
  • Digital Banking und digitale Transformation
  • Business Analyse & Requirements Engineering


Relevante Berufserfahrung, Abschlüsse und Ausbildungen

  • > 25 Jahre Projekt  und Programm-Management
  • > 25 Jahre Digital Banking-Expertise)
  • > 20 Jahre Business Analyse / Business Requirements Engineering
  • > 20 Jahre Business Excellence & Digitale Transformation
  • MAS Business Consulting
  • Eidg. Dipl. Organisator

 

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